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Verbesserung der Schulwegsicherheit

Der Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Bergedorf hat sich Anfang Oktober wieder mit der Verbesserung der Schulwegsicherheit beschäftigt. Doch auch wenn alle sich im Grunde einig sind, so steckt der Teufel doch im Detail.

Immer wieder werden wir als Abgeordnete aufgefordert, für mehr Schulwegsicherheit zu sorgen. Dabei wird häufig vergessen, dass es bisweilen auch die Eltern selbst sind, die für Gefahren vor den Schulen sorgen. So beispielsweise an der Grundschule in der Mendelstraße in Lohbrügge, wo morgens chaotische Zustände herrschen.

Dabei handelt es sich immer um das sogenannte Elterntaxi-Phänomen: Das morgendliche Bringen und Holen mit dem Auto direkt vor den Schuleingängen trotz der guten Fußgängerinfrastruktur führt immer wieder zu unübersichtlichen und gefährlichen Situationen im unmittelbaren Schulumfeld.

Mehr Schulwegsicherheit ließe sich auch mit sicheren Querungshilfen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen erreichen. Oftmals scheitert dies aber an der Polizei, die beides anordnen müsste.

Ein Beispiel ist die Leuschnerstraße. Hier wollen wir eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h auf der gesamten Strecke. Aber diesem Ansinnen wurde bisher mit dem Hinweis darauf, dass es sich um eine Bezirksstraße und um eine der drei Verkehrsachsen handele, die das Zentrum von Lohbrügge mit Lohbrügge-Nord verbinde und damit von gesamtstädtischer Bedeutung sei, eine deutliche Absage erteilt.

Wir teilen auch den Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner, barrierefreie Querungsmöglichkeiten, breitere Gehwege und Geschwindigkeitsbegrenzungen umzusetzen. Das wäre auch mit Blick auf die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Leuschnerstraße sinnvoll.

Im Verkehrsausschuss am 5. Oktober sprachen sich alle Fraktionen für mehr Verkehrssicherheit vor Schulen aus, auch wenn es in Detailfragen Unterschiede gibt. Die Diskussion machte aber auch die Grenzen der Bezirkspolitik deutlich. Wir können zwar Querungshilfen, Zebrastreifen oder Tempo 30 beschließen. Doch anordnen kann das nur die Polizei. Und wenn die im konkreten Fall keine Gefahr sieht, wird sie es nicht tun.

Und es zeigte sich ebenso, dass die Sorge um die Verkehrssicherheit für Kinder oft genug diametral dem tatsächlichen Verhalten vieler Autofahrenden gegenübersteht. Nahmen die Verkehrsunfallzahlen in den letzten Jahren kontinuierlich ab, stiegen sie zuletzt wieder. Besonders betroffen sind Kinder. Die Zahl der verunglückten Kinder nahm im vergangenen Jahr von 365 auf 457 zu, ein Anstieg von 25,2%. Die Zahl der Schulwegunfälle stieg um 40% auf 130.

Die häufigsten Ursachen für schwere Unfälle bleiben zu hohe Geschwindigkeit, Fehler beim Abbiegen und missachtete Vorfahrten. Eine Konsequenz mit Blick auf diese Zahlen sind verstärkte Kontrollen. Dabei sollte jedem klar sein, dass Verkehrskontrollen immer nur für den Augenblick Wirkung zeigen und nicht auf Dauer zu einer Verhaltensänderung führen. So die Erkenntnisse der Verkehrspolizei.

Wir als SPD werden uns weiter für mehr Verkehrssicherheit insbesondere vor Schulen, Kindergärten und Pflegeeinrichtungen und für eine konsequente Ausweitung von Tempo 30 einsetzen. Mehr Verkehrssicherheit ließe sich aber auch dadurch erreichen, dass alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer aufmerksam sind und sich jederzeit an die Verkehrsregeln halten.

Petra Petersen-Griem

Petra Petersen-Griem (67) ist Abgeordnete der Bezirksversammlung Bergedorf und dort u.a. Fachsprecherin für Gesundheit, Soziales und Integration.

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