Ein neuer Feiertag für Hamburg und den Norden

Seit im letzten Jahr der 500. Jahrestag der Reformation ausnahmsweise zum gesetzlichen Feiertag wurde, wird in Hamburg und den nördlichen Bundesländern darüber nachgedacht, einen wiederkehrenden zusätzlichen Feiertag einzurichten.

Die Bayern haben mehr davon: Gesetzliche Feiertage gibt’s im Süden mehr als im Norden. 14 arbeitsfreie Feiertage an den Alpen, dagegen acht bei uns in Hamburg. Das ist nicht gerecht. Viele dieser Feiertage haben einen religiösen Hintergrund, sind aber längst zum allgemeinen Brauchtum geworden.

Manche Bundesländer denken bei dem neuen Feiertag an den Reformationstag (31. Oktober). Das ist bequem, weil früher hatten wir diesen freien Tag. Die Zahl der Angehörigen der evangelischen Kirchen ist nicht nur in Hamburg deutlich zurückgegangen. Bei uns sind es noch ein Viertel der Stadtbevölkerung. Den 10% Katholiken muss man ja eigentlich keinen Reformationstag als Feiertag vorsetzen.

Wir Bürgerschaftsabgeordnete müssen darüber befinden. Also sind die Fraktionen überein gekommen, die Entscheidung nicht entlang der Fraktions- und Parteigrenzen laufen zu lassen, sondern frei zu geben. Voraussichtlich noch in diesem Monat werden also verschiedene Vorschläge in die Bürgerschaft eingebracht. Ich werde nicht unter dem Antrag für den Reformationstag stehen. Ich bevorzuge den internationalen Tag der Frau am 8. März. Vor 100 Jahren haben wir in Hamburg (wie in ganz Deutschland) das Frauenwahlrecht eingeführt. Frauen haben seither auf dem Wege zu Gleichberechtigung sehr viel hinzugewonnen. Ich glaube, dass ein solcher Tag in der gesamten Bevölkerung Zustimmung finden kann.

Aber klar ist: Im Rathaus entscheidet die Mehrheit. Vielleicht wird auch ein Argument sein, dass man einen gemeinsamen Tag mit unseren nördlichen Nachbarn finden sollte. Mag sein, dass meine Position nicht die Mehrheit findet. Aber eines ist sicher: Hamburg wird einen weiteren gesetzlichen Feiertag bekommen. Welchen auch immer.

Gerhard Lein

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